Eine Kanarische Inseln Rundreise wirkt auf der Karte leicht: sieben Inseln liegen nah beieinander. In der Praxis entscheidet die Art des Übergangs über den Urlaub. Ein Flug oder eine Fähre kann einen halben Tag kosten, ein Mietwagen braucht eine klare Rückgabe, und zwei Inseln mit derselben Landschaft liefern oft weniger Abwechslung als erwartet. Deshalb kombiniere ich nach Charakter und Verkehrsweg, nicht nach der Zahl der Häkchen auf der Karte.

Erst die Landschaft wählen, dann die Inseln auf der Karte verbinden

Teneriffa und Gran Canaria sind keine bloßen großen Startpunkte. Auf Teneriffa wechseln sich der Teide, die feuchteren Nordhänge und die dicht besiedelte Südküste ab; man kann dort problemlos eine Woche füllen. Gran Canaria hat mit dem bergigen Zentrum, den Dünen bei Maspalomas und Las Palmas ebenfalls mehrere Gesichter. Wer beide in eine kurze Reise presst, erlebt oft zwei Mietwageninseln mit ähnlichem organisatorischem Aufwand.

Spannender wird die Kombination durch einen klaren Kontrast. Teneriffa plus La Gomera passt, wenn Wandern und ruhige Lorbeerwälder wichtiger sind als lange Strandtage. Lanzarote plus Fuerteventura verbindet vulkanische Felder und offene Sandstrände; die Farben unterscheiden sich deutlicher, als es Luftbilder vermuten lassen. Gran Canaria plus Teneriffa ist sinnvoll für Städte, Berge und viel Auswahl, braucht aber eher zwölf bis vierzehn Tage als eine Woche.

Ich frage vor der Buchung: Brauche ich auf jeder Insel ein Auto? Möchte ich in einer Stadt wohnen oder jeden Abend abgelegen zurückkehren? Fuerteventura belohnt freie Tage am Strand, La Gomera kurze Wanderetappen und Geduld mit Kurven. Wer diese Bedürfnisse kennt, vermeidet die häufige Fehlplanung, jeden zweiten Tag eine Fähre zu nehmen und trotzdem die Inseln nur aus der Windschutzscheibe zu sehen.

Westliche und östliche Kanaren haben unterschiedliche Rhythmen

Die westlichen Kanaren um Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro sind für eine Rundreise landschaftlich dicht, aber nicht beliebig schnell. Auf La Gomera führt die Fähre von Los Cristianos, nicht aus jeder Ecke Teneriffas. Danach folgen Straßen mit vielen Kurven und kurze Tagesdistanzen, die auf der Karte harmlos aussehen. Wer im Valle Gran Rey schläft, sollte einen frühen Fährtermin nicht mit einer nächtlichen Rückfahrt verknüpfen.

Im Osten sind Lanzarote und Fuerteventura die klassische Paarung. Zwischen Corralejo und Playa Blanca ist die Fähre für viele Reisende einfacher als ein Flugwechsel; die Route ist kurz, aber die Abfahrtstage und Zeiten prüfe ich trotzdem beim Anbieter. Gran Canaria liegt verkehrlich dazwischen, hat jedoch eine andere Größe. Eine Übernachtung nahe dem Hafen von Las Palmas kann sinnvoller sein als eine lange Taxifahrt aus dem Süden am Morgen.

Das Wetter ist ebenfalls nicht überall gleich. Fuerteventura und der Norden Lanzarotes können im Passatwind kühl wirken, obwohl der Kalender Sommer sagt. In den Höhen von Teneriffa braucht man selbst an sonnigen Tagen eine Schicht mehr. Für Kanaren mehrere Inseln packe ich daher nicht nur Badekleidung ein. Eine windfeste Jacke und Schuhe für Lavawege entscheiden öfter über den Tagesplan als ein weiterer Restauranttipp.

Fähre oder Interinsular-Flug: die Verbindung als Reisetag rechnen

Fähren sind dort gut, wo Hafen und Unterkunft zusammenpassen. Von Teneriffa nach La Gomera ist die Überfahrt Teil der Route und oft angenehmer als ein zusätzlicher Flughafentransfer. Zwischen Lanzarote und Fuerteventura gilt Ähnliches. Man kann einen Mietwagen je nach Vermieter mitnehmen oder auf jeder Insel getrennt buchen; vorher prüfe ich die Bedingungen, denn nicht jeder Vertrag behandelt Fährpassagen gleich.

Ein Interinsular-Flug ist bei größeren Distanzen oft die sachliche Lösung, etwa wenn La Palma und Gran Canaria verbunden werden sollen. Trotzdem besteht der Reisetag nicht aus der Flugzeit. Rückgabe des Autos, Fahrt zum Flughafen, Gepäckregeln, Wartezeit und die neue Übernahme auf der anderen Insel machen daraus schnell vier oder fünf Stunden. Ich plane danach keinen anspruchsvollen Aussichtspunkt und keine Tischreservierung am anderen Ende der Insel.

KombinationMeist sinnvoller ÜbergangWorauf ich achte
Teneriffa – La GomeraFähre ab Los CristianosAnreise zum Hafen und Rückfahrtzeiten mitdenken
Lanzarote – FuerteventuraFähre Playa Blanca – CorralejoWind, Gepäck und Mietwagenbedingungen prüfen
Gran Canaria – TeneriffaFähre oder kurzer FlugUnterkunft nicht weit vom Ankunftsort wählen
La Palma – Gran CanariaInterinsular-FlugFlugtag ohne weitere große Etappe lassen

Preise schwanken nach Saison und Abfahrt erheblich. Ich vergleiche nicht nur den Ticketpreis, sondern auch die zusätzliche Hotelnacht und den Transfer. Eine billige Verbindung um sechs Uhr kann teurer werden, wenn sie einen Mietwagen- oder Frühstückstag zerstückelt. Für eine Kanarische Inseln Inselhopping-Reise ist eine späte, gut erreichbare Fähre manchmal der bessere Kauf.

Mietwagenwechsel und Rückgabe ohne unnötige Schleifen

Ein Mietwagen macht auf Teneriffa, La Palma, Gran Canaria und La Gomera viel möglich, doch er sollte zur Insel passen. In Las Palmas oder Santa Cruz kann ein Auto am ersten Tag eher Parkplatzsuche als Freiheit bedeuten. Ich starte dort zu Fuß und übernehme den Wagen erst für die Bergtage. Auf Fuerteventura hingegen ist ein Wagen außerhalb von Corralejo oder Morro Jable fast immer hilfreich, weil Strände und Unterkünfte weit auseinanderliegen.

Bei Inselwechseln buche ich meist getrennte Verträge. Das wirkt umständlich, spart aber Diskussionen über erlaubte Fährstrecken, Versicherung und Rückgabeort. Entscheidend ist die Öffnungszeit: Kleine Stationen an Häfen schließen früher, und eine Rückgabe nach Ladenschluss kann Gebühren oder eine unsichere Schlüsselbox bedeuten. Ein Foto vom Tankstand und von neuen Kratzern gehört vor der Abfahrt dazu, besonders bei schummrigem Hafenlicht.

Man sollte auch das Gepäck realistisch sehen. Ein Kleinwagen in der niedrigen Kategorie ist auf engen Straßen angenehm, aber ein harter großer Koffer passt nicht immer gut in den Kofferraum. Zwei Reisende mit zwei weichen Taschen fahren entspannter. Bei einer Rundreise mit wechselnden Hotels ist das keine Nebensache, sondern täglich spürbar.

Eine zweiwöchige Route entschleunigen statt Inseln abzuhaken

Für vierzehn Tage würde ich nicht mehr als drei Inseln planen. Eine westliche Variante kann mit fünf Nächten Teneriffa, drei Nächten La Gomera und fünf Nächten La Palma funktionieren, wenn die Flug- und Fährzeiten vorab stimmig sind. Sie passt zu Wanderungen, kleinen Orten und wechselndem Wetter. Die erste und letzte Nacht richte ich nach dem internationalen Flug aus, nicht nach einer Wunschbucht.

Im Osten ist eine ruhigere Kombination Lanzarote für fünf Nächte, Fuerteventura für fünf oder sechs und ein Puffer am Ausgangsflughafen. Lanzarote lässt sich mit Timanfaya, Weinbau bei La Geria und den nördlichen Dörfern füllen; Fuerteventura braucht freie Tage für Strand, Wind und Wege ohne festen Programmpunkt. Wer Gran Canaria hinzufügen will, lässt entweder Lanzarote oder Fuerteventura weg. Drei große Ortswechsel plus drei Autos sind selten erholsam.

Bei zehn Tagen wähle ich nur zwei Inseln. Das klingt konservativ, ist aber die Chance, einen grauen Morgen auf La Gomera auszusitzen oder auf Fuerteventura bei starkem Wind die Küste zu wechseln. Ein Puffer ist auf den Kanaren kein Leerlauf. Er verwandelt eine Fahrplanänderung oder eine bewölkte Höhenlage in eine normale Reiseentscheidung.

Unterkünfte an Übergangstagen bewusst auswählen

Die schönste Finca kann am falschen Tag die falsche Wahl sein. Vor einer Fähre aus Los Cristianos übernachte ich lieber im Süden Teneriffas als im Anaga-Gebirge. Vor einem Flug ab Arrecife ist eine letzte Nacht in Puerto del Carmen oder Arrecife praktischer als ein abgelegenes Haus im Norden. Das bedeutet nicht, jede Nacht am Terminal zu schlafen; nur die Übergangsnacht muss zur Verbindung passen.

Ich prüfe bei jeder Unterkunft die tatsächliche Ankunftszeit und nicht nur die Kilometer. Auf La Palma oder La Gomera können 35 Kilometer im Dunkeln eine lange Kurvenfahrt sein. Ein Gastgeber, der eine späte Ankunft akzeptiert, ist dann wertvoller als die hübschere Terrasse. Ebenso wichtig: Frühstückszeiten helfen nicht, wenn die Fähre vorher fährt; ein kleiner Einkauf am Vorabend nimmt Druck heraus.

Am Ende funktioniert eine Kanarische Inseln Rundreise am besten mit einer einfachen Logik: zwei unterschiedliche Landschaften, ein sauberer Übergang und genug Nächte, um auf jeder Insel anzukommen. Das Ergebnis ist weniger spektakulär auf einer Karte, aber deutlich besser vor Ort. Man kennt nach ein paar Tagen die eigene Bäckerei, weiß, wann der Wind auffrischt, und muss nicht schon wieder zur nächsten Abfahrt.